Ein Prozent zu viel Feuchte kostet bei der Annahme bares Geld, und ein Prozent zu wenig gemessen kann im Lager teuer werden. Wer Getreidefeuchte richtig misst, entscheidet sicherer über Druschtermin, Trocknung und Einlagerung. Diese sieben Fehler sehen wir in der Praxis am häufigsten.
1. Die Probe ist nicht repräsentativ
Eine Handvoll Körner von oben aus dem Anhänger sagt wenig über die ganze Partie. Ziehen Sie Proben an mehreren Stellen und aus verschiedenen Tiefen, zum Beispiel mit einem Getreideprobenehmer oder Silostecher, und mischen Sie sie zu einer Sammelprobe.
2. Die Sammelprobe wird nicht sauber geteilt
Aus der Sammelprobe wird eine kleine Messprobe. Wer dabei einfach oben abschöpft, verfälscht das Ergebnis. Ein Riffel- oder Probenteiler erzeugt gleichwertige Teilproben in Sekunden.
3. Die falsche Kalibrierung ist eingestellt
Weizen, Gerste, Raps und Mais haben unterschiedliche Kennlinien. Prüfen Sie vor jeder Messung, ob am Getreidefeuchtemesser die richtige Fruchtart gewählt ist. Geräte wie der HE 50 bieten über 200 Kalibrationen.
4. Die Temperatur wird ignoriert
Kaltes oder sehr warmes Getreide liefert ohne Korrektur falsche Werte. Moderne Messgeräte korrigieren die Temperatur automatisch. Bei älteren Geräten sollte die Probe vor der Messung Raumtemperatur annehmen.
5. Nur einmal messen
Eine Einzelmessung kann ein Ausreißer sein. Messen Sie mindestens drei Teilproben und nehmen Sie den Mittelwert. Viele Geräte berechnen ihn auf Knopfdruck.
6. Das Gerät wird nie überprüft
Auch gute Messgeräte driften mit der Zeit. Vergleichen Sie vor der Ernte mit einem Referenzwert, etwa aus dem Trockenschrank oder von der Annahmestelle. Für die Abrechnung bei der Annahme sind eichfähige Geräte wie der Granomat Plus Pflicht.
7. Nach der Einlagerung wird nicht mehr kontrolliert
Feuchte und Temperatur ändern sich im Lager. Regelmäßige Kontrollen mit Temperaturmessstäben oder Funk-Überwachung zeigen früh, wo sich Nester bilden und wo die Getreidebelüftung nachhelfen muss.
Fazit
Richtig gemessene Getreidefeuchte beginnt bei der Probe und endet nicht an der Lagertür. Sie sind unsicher, welches Messgerät zu Ihrem Betrieb passt? Getreidetechnik Schramm berät Sie persönlich – sprechen Sie uns an.